Bilderzyklus: Kinder verschwinden

Das Infoblatt zur Plakatkampagne mit diesem Titel und meine Erfahrungen in der Arbeit mit Flüchtlingskindern in einer Hamburger Flüchtlingsunterkunft gaben den Anstoß dazu, mich bildnerisch mit diesem Thema zu befassen.
Die Tatsachen sind bekannt und gehen regelmäßig durch die Medien, zuletzt in dem Film „Die Abschieber“ über die Methoden der Hamburger Ausländerbehörde. Mit dem fadenscheinigen Argument, in ihren Heimatländern herrsche kein Krieg und damit auch kein Grund für politische Verfolgung mehr vor, werden Menschen, die teilweise mehr als zehn Jahre hier gelebt haben, über Nacht in ihre Herkunftsländer abgeschoben.

Betroffen sind immer wieder Familien mit Kindern, die - wenn nicht hier geboren - so doch hier aufgewachsen und weitgehend integriert sind. Sie sind unsere Nachbarn, Mitschüler, Freunde - bis zu ihrer Abschiebung. Wo ist ihre Heimat? Mit gleichen Plänen und Wünschen für ihre Ausbildung und Zukunft wie ihre deutschen Freunde finden sie sich plötzlich in einem ihnen fremden Land ohne jeden Bezug und ohne jede Zukunftsperspektive wieder.

Uns bleibt nur die verblassende Erinnerung an die Gesichter dieser Menschen, die durch unsere Stadt entheimatet wurden. Uns bleibt nur das ohnmächtige Gefühl, politisch gewollte Unmenschlichkeit nicht verhindert zu haben.

 
Annelie Sievers-Klawe
 
 
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